23 August 2025
ANNALS OF ONCOLOGY
Ten-year survival rates by PSA nadir in patients with metastatic hormone-sensitive prostate cancer: long-term survival analysis from the ECOG-ACRIN 3805 (CHAARTED) trial
ANNALS OF ONCOLOGY
Ten-year survival rates by PSA nadir in patients with metastatic hormone-sensitive prostate cancer: long-term survival analysis from the ECOG-ACRIN 3805 (CHAARTED) trial
Zehn-Jahres-Überlebensraten nach PSA-Nadir
bei Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakrebs:
Langzeitüberlebensanalyse aus der ECOG-ACRIN (CHAARTED)
31.07.2025
Meta-Treff.de
Meta-Treff.de
Prgnose des mHSPC
(metastasiertes, hormonsensitives Prostatakarzinom)
mit Triple-Therapie
Die Behandlung des Prostatakarzinoms hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt. Besonders bei metastasiertem, hormonsensitivem Prostatakrebs (mHSPC) gewinnen moderne Triple-Therapien an Bedeutung. Sie kombinieren eine klassische Androgendeprivationstherapie (ADT), eine Chemotherapie mit Docetaxel und ein weiteres neuartiges Medikament wie Darolutamid oder Abirateron. Dieser Artikel beleuchtet, wie stark die verschiedenen Therapieregimes das Gesamtüberleben (Overall Survival, OS) verlängern, bietet konkrete Medianwerte für das OS, vergleicht unterschiedliche Strategien tabellarisch und grafisch – und zeigt, für wen sich welche Therapie besonders lohnt.
Was bedeutet „Gesamtüberleben“ (OS)?
Das Gesamtüberleben (Overall Survival, OS) bezeichnet die durchschnittliche Lebenszeit (in Monaten), die Patienten nach Therapiebeginn erwarten können – unabhängig davon, welches Ereignis (z.B. Krankheit oder andere Ursachen) letztlich zum Tod führt. Es ist der zentrale Endpunkt bei nahezu allen großen Therapiestudien.
Was bedeutet „Gesamtüberleben“ (OS)?
Das Gesamtüberleben (Overall Survival, OS) bezeichnet die durchschnittliche Lebenszeit (in Monaten), die Patienten nach Therapiebeginn erwarten können – unabhängig davon, welches Ereignis (z.B. Krankheit oder andere Ursachen) letztlich zum Tod führt. Es ist der zentrale Endpunkt bei nahezu allen großen Therapiestudien.
Übersicht der wichtigsten Therapieschemata und OS-Werte
beim fortgeschrittenen und metastasierten, hormonsensitiven Prostatakarzinom
beim fortgeschrittenen und metastasierten, hormonsensitiven Prostatakarzinom
Diese Tabelle zeigt die mittleren Überlebenszeiten (Median-OS) der wesentlichen Therapieoptionen beim Prostatakrebs. Wo keine genauen Werte verfügbar sind, wurde dies als "nicht veröffentlicht" angegeben, da die Daten unterschiedlich oder unvollständig vorliegen.
Interpretation:
• Triple-Therapie (mit Darolutamid oder Abirateron): Erhöht das mediane Gesamtüberleben bei hoher Tumorlast signifikant –
auf bis zu 57.6 Monate. Patienten mit vielen oder viszeralen Metastasen profitieren somit besonders stark
• ADT allein: Deutlich schwächeres Gesamtüberleben mit rund 44 Monaten.
• ADT + Docetaxel: Ergänzung von Docetaxel zur ADT zeigt schon erheblichen Sprung auf etwa 58 Monate.
• Doppel-Therapie mit Apalutamid: Beste Option bei niedriger Tumorlast,
keine klare Überlegenheit der Triple-Therapie in dieser speziellen Subgruppe
• Langzeit-Androgendeprivation (ohne Metastasen): Bei lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom ist eine 3-jährige Hormontherapie
signifikant besser als eine kurze, insbesondere für das 10-Jahres-Überleben (z.B. 63% vs. 57%)
Interpretation:
• Triple-Therapie (mit Darolutamid oder Abirateron): Erhöht das mediane Gesamtüberleben bei hoher Tumorlast signifikant –
auf bis zu 57.6 Monate. Patienten mit vielen oder viszeralen Metastasen profitieren somit besonders stark
• ADT allein: Deutlich schwächeres Gesamtüberleben mit rund 44 Monaten.
• ADT + Docetaxel: Ergänzung von Docetaxel zur ADT zeigt schon erheblichen Sprung auf etwa 58 Monate.
• Doppel-Therapie mit Apalutamid: Beste Option bei niedriger Tumorlast,
keine klare Überlegenheit der Triple-Therapie in dieser speziellen Subgruppe
• Langzeit-Androgendeprivation (ohne Metastasen): Bei lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom ist eine 3-jährige Hormontherapie
signifikant besser als eine kurze, insbesondere für das 10-Jahres-Überleben (z.B. 63% vs. 57%)
a. mHSPC nach Volumen und Risiko (CHAARTED & LATITUDE Kriterien)
Interpretation
• Low-volume/Low-risk-Patienten erreichen unter Doppel- oder neuartiger Hormontherapie ein OS von ca. 63–65 Monaten.
• High-volume/High-risk-Patienten profitieren von Triple-Therapie am deutlichsten (OS ca. 44–46 Monate).
Definition
Tumorlast des Prostatakarzinoms nach Volumen und Risiko (Dtsch Arztebl Int 2022; 119: 622-3; DOI: 10.3238/arztebl.m2022.0294)
• Low-volume/Low-risk-Patienten erreichen unter Doppel- oder neuartiger Hormontherapie ein OS von ca. 63–65 Monaten.
• High-volume/High-risk-Patienten profitieren von Triple-Therapie am deutlichsten (OS ca. 44–46 Monate).
Definition
Tumorlast des Prostatakarzinoms nach Volumen und Risiko (Dtsch Arztebl Int 2022; 119: 622-3; DOI: 10.3238/arztebl.m2022.0294)
b. mHSPC nach Art der Metastasierung
Interpretation:
• Metachron (später auftretend): Patienten profitieren länger, OS ca. 58 Monate.
• De-novo (gleich bei Diagnose): Aggressiver Verlauf, OS ca. 44 Monate, Triple-Therapie besonders sinnvoll.
Definition
Synchrone Metastasen bzw. De-novo Metastasen (Krebsregister Rheinland-Pfalz)
Zitat:
"Synchrone Metastasen sind Metastasen, die innerhalb von 92 Tagen nach der Erstdiagnose des Primärtumors auftreten. "
c. Nach Anzahl der Metastasen
• Metachron (später auftretend): Patienten profitieren länger, OS ca. 58 Monate.
• De-novo (gleich bei Diagnose): Aggressiver Verlauf, OS ca. 44 Monate, Triple-Therapie besonders sinnvoll.
Definition
Synchrone Metastasen bzw. De-novo Metastasen (Krebsregister Rheinland-Pfalz)
Zitat:
"Synchrone Metastasen sind Metastasen, die innerhalb von 92 Tagen nach der Erstdiagnose des Primärtumors auftreten. "
c. Nach Anzahl der Metastasen
Interpretation
• Oligo-metastasierte Patienten: meist günstigerer Verlauf, OS um 60 Monate.
• Poly-metastasiert: viele Metastasen, OS ca. 44 Monate mit moderner Triple-Therapie.
Definition
Oligometastasiertes Prostatakarzinom (S3-Leitlinie Prostatakarzinom (Version 8 - Seite 282)
Zitat:
"Unter einem oligometastasierten Prostatakarzinom wird ein Tumor mit maximal 4 in konventioneller Bildgebung (Skelettszintigraphie und CT oder MRT) nachweisbaren Knochenmetastasen ohne extraossäre viszerale Metastasen verstanden."
• Oligo-metastasierte Patienten: meist günstigerer Verlauf, OS um 60 Monate.
• Poly-metastasiert: viele Metastasen, OS ca. 44 Monate mit moderner Triple-Therapie.
Definition
Oligometastasiertes Prostatakarzinom (S3-Leitlinie Prostatakarzinom (Version 8 - Seite 282)
Zitat:
"Unter einem oligometastasierten Prostatakarzinom wird ein Tumor mit maximal 4 in konventioneller Bildgebung (Skelettszintigraphie und CT oder MRT) nachweisbaren Knochenmetastasen ohne extraossäre viszerale Metastasen verstanden."
Einordnung und Fazit
Das mediane Gesamtüberleben (OS) unterscheidet sich deutlich je nach Subgruppe des mHSPC. Während Patienten mit niedriger Tumorlast oder weniger Risikofaktoren (low-volume/low-risk/oligo-metastasiert/metachron) mit Standard-Kombinationsstrategien oftmals ein OS von 60 Monate und länger erreichen, profitieren Subgruppen mit hoher Tumorlast, hohem Risiko, poly-metastasiert oder De-novo am stärksten von einer Triple-Therapie – auch wenn das mediane OS hier meist bei 44–46 Monaten liegt.
Schlussfolgerung:
Die differenzierte, individuelle Therapiewahl nach Vorliegen von Tumorlast, Risiko und Metastasierungsart führt zu maximalen Überlebensgewinnen im metastasierten, hormonsensitiven Prostatakarzinom. Triple-Therapien setzen gerade bei schlechtem Risikoprofil neue Standards – bei günstigem Ausgangsprofil reicht oft eine Doppel-Kombinationstherapie aus.
Das mediane Gesamtüberleben (OS) unterscheidet sich deutlich je nach Subgruppe des mHSPC. Während Patienten mit niedriger Tumorlast oder weniger Risikofaktoren (low-volume/low-risk/oligo-metastasiert/metachron) mit Standard-Kombinationsstrategien oftmals ein OS von 60 Monate und länger erreichen, profitieren Subgruppen mit hoher Tumorlast, hohem Risiko, poly-metastasiert oder De-novo am stärksten von einer Triple-Therapie – auch wenn das mediane OS hier meist bei 44–46 Monaten liegt.
Schlussfolgerung:
Die differenzierte, individuelle Therapiewahl nach Vorliegen von Tumorlast, Risiko und Metastasierungsart führt zu maximalen Überlebensgewinnen im metastasierten, hormonsensitiven Prostatakarzinom. Triple-Therapien setzen gerade bei schlechtem Risikoprofil neue Standards – bei günstigem Ausgangsprofil reicht oft eine Doppel-Kombinationstherapie aus.
31.07.2025
Meta-Treff.de
Meta-Treff.de
Prognose des mCRPC
(metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom)
Einleitung
Das metastasierte kastrationsresistente Prostatakarzinom (mCRPC) markiert eine kritische Phase der Erkrankung, in der das Tumorwachstum trotz maximaler Androgendeprivation fortschreitet. Während die Prognose historisch ausgesprochen ungünstig war, haben molekulargenetische Erkenntnisse und innovative Therapien die Perspektive vieler Betroffener in den letzten Jahren grundlegend verändert. Dennoch bleibt die Gesamtüberlebenszeit (Overall Survival, OS) limitiert und hängt zunehmend von individuellen genetischen Faktoren und der Wahl der Therapiestrategie ab.
Wichtige Studien und OS-Daten der letzten drei Jahre
Die folgenden Phase-III-Studien der vergangenen drei Jahre sind für die Prognoseabschätzung besonders relevant. Neben Hormon-Antagonisten und Chemotherapien rückten PARP-Inhibitoren und PSMA-gerichtete Radioligandentherapien in den Fokus; die Mutationsanalyse (v.a. BRCA1/2) wird zunehmend zur Routine.
Übersichtstabelle: Klinische Studien und OS bei mCRPC (2022–2025)
Das metastasierte kastrationsresistente Prostatakarzinom (mCRPC) markiert eine kritische Phase der Erkrankung, in der das Tumorwachstum trotz maximaler Androgendeprivation fortschreitet. Während die Prognose historisch ausgesprochen ungünstig war, haben molekulargenetische Erkenntnisse und innovative Therapien die Perspektive vieler Betroffener in den letzten Jahren grundlegend verändert. Dennoch bleibt die Gesamtüberlebenszeit (Overall Survival, OS) limitiert und hängt zunehmend von individuellen genetischen Faktoren und der Wahl der Therapiestrategie ab.
Wichtige Studien und OS-Daten der letzten drei Jahre
Die folgenden Phase-III-Studien der vergangenen drei Jahre sind für die Prognoseabschätzung besonders relevant. Neben Hormon-Antagonisten und Chemotherapien rückten PARP-Inhibitoren und PSMA-gerichtete Radioligandentherapien in den Fokus; die Mutationsanalyse (v.a. BRCA1/2) wird zunehmend zur Routine.
Übersichtstabelle: Klinische Studien und OS bei mCRPC (2022–2025)
Details zu ausgewählten Studien:
StudienTheraP-Studie: Im direkten Vergleich zwischen der PSMA-basierten Radioligandentherapie (177Lu-PSMA-617) und Cabazitaxel zeigte sich, dass beide Behandlungen hinsichtlich des OS gleichwertig sind. Entscheidender Prädiktor ist die Ausprägung der PSMA-Expression im PET-CT. Patienten ohne ausreichende PSMA-Expression haben eine ungünstige Prognos.
VISION-Studie: Das mediane OS für mCRPC-Patienten unter 177Lu-PSMA-617 liegt im besten SUVmean-Quartil bei 21,4Monaten. Auch hier ist die PSMA-Expression ein zentraler Prognosefaktor
TRITON-3: Rucaparib führte bei BRCA-mutierten mCRPC-Patienten zwar zu einer leichten Verlängerung des OS (Median 24,3Monate), aber durch das hohe Cross-over konnte kein signifikanter Vorteil gezeigt werden
PROpel: Die Zugabe von Olaparib zu Abirateron war insgesamt mit einer leichten, aber nicht signifikanten Verlängerung des OS verbunden. Der Vorteil ist bei Patienten mit HRR- und insbesondere BRCA-Mutationen jedoch deutlich
TALAPRO-2: Die Kombination aus Talazoparib und Enzalutamid brachte in der Gesamtpopulation eine signifikante Verlängerung des OS auf median 45,8Monate, mit herausragendem Benefit bei HRR-defizienten Tumoren
Wichtige Erkenntnisse
- Die Median-OS-Zeiten für das mCRPC liegen aktuell je nach Population, Therapie und Mutationstyp meist zwischen 19 und über 45Monaten.
- Vor der Einführung moderner Therapien betrug das mediane OS von mCRPC-Patienten im Kontroll- oder Best-Supportive-Care-Arm klassischer Studien etwa 11–15Monate
- Patienten mit nachgewiesener BRCA1/2- oder HRR-Mutation profitieren besonders von einer PARP-Inhibitor-basierten Therapie.
- Die PSMA-Expression (bestimmt per PET/CT) hat sich als entscheidender Biomarker für die Antwort und Prognose unter Radioligandentherapie etabliert.
- Für Patienten ohne nachweisbare Mutationen bleibt die klassische Sequenz von Hormonantagonisten und Chemotherapie sinnvoll, wenngleich der Unterschied zur Kombinationstherapie bei HRR-negativen Patienten kleiner ausfällt.
Fazit
Die Prognose beim mCRPC ist heute besser als noch vor wenigen Jahren – vorausgesetzt es erfolgt eine individuelle, molekular abgestimmte Therapieentscheidung. Die OS-Zeit lässt sich für definierte Subgruppen durch gezielte Therapien wie PARP-Inhibitoren oder PSMA-Radioligandentherapien erheblich verlängern.
Ehrlich muss aber auch gesagt werden: Trotz aller Fortschritte bleibt das mCRPC ein schwerwiegendes, bisher unheilbares Krankheitsstadium. Die frühzeitige genetische Testung und die Integration neuer Therapien bieten vielen Patienten neue Hoffnung, ersetzen aber nicht die Notwendigkeit einer engmaschigen, persönlich abgestimmten Betreuung.
Tabellenlegende:
- HRR: Homologe Rekombinationsreparatur
- OS: Overall Survival (Gesamtüberleben)
- PSMA: Prostata-spezifisches Membranantigen
- SUV: Standard Uptake Value (aus dem PET-CT)
- ARPI: Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor
27.04.2021
DeutschesGesundheitsPortal
DeutschesGesundheitsPortal
Sterberisiko bei Prostatakrebs:
Welche Rolle spielt das Alter?
Projektnummer 491717755 - Förderung seit 2022
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Ein in vitro Modell zur Therapieentwicklung gegen entstehende Knochenmetastasen beim Prostatakarzinom
Zitat:
"Alle Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs in den Knochen sterben innerhalb von 15 Jahren nach der Diagnose des Primärtumors."
gepris.dfg.de/gepris/projekt/491717755
"Alle Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs in den Knochen sterben innerhalb von 15 Jahren nach der Diagnose des Primärtumors."
gepris.dfg.de/gepris/projekt/491717755




