Antiresorptive Therapien
(Knochen-stabilisierende Therapie)
Antiresorptive Therapien verlangsamen den Knochenabbau.
Bei Prostatakrebs werden sie vor allem eingesetzt, um Skelettkomplikationen (wie Knochenbrüche) bei Knochenmetastasen zu verhindern
und die Knochendichte bei begleitender Hormontherapie (ADT) zu erhalten.
Die zwei Hauptwirkstoffgruppen sind Bisphosphonate und der Antikörper Denosumab.
1. Bei Knochenmetastasen (Kastrationsresistentes Prostatakarzinom, mCRPC)
- Wirkstoffe: Einsatz von Denosumab (z. B. Xgeva) oder Zoledronsäure.
- Nutzen: Sie reduzieren Schmerzen, senken das Risiko von Knochenbrüchen deutlich und verzögern das Auftreten von skelettbezogenen Komplikationen.
- Begleittherapie: Eine tägliche Einnahme von Kalzium und Vitamin D ist zwingend erforderlich.
2. Hormontherapie (Androgendeprivationstherapie, ADT)
- Problem: Der Entzug von Testosteron führt häufig zu Knochenverlust (Osteopenie oder Osteoporose) und erhöhtem Frakturrisiko.
- Prävention: Bei erniedrigter Knochendichte kann eine Osteoporose-Therapie mit Bisphosphonaten (in der Regel in längeren Abständen) oder Denosumab (niedriger dosiert als bei Metastasen) erwogen werden.
Wichtige Nebenwirkungen & Vorsichtsmaßnahmen
- Kiefernekrosen (MRONJ): Ein seltenes, aber ernstzunehmendes Risiko ist die Schädigung des Kieferknochens, besonders nach zahnärztlichen Eingriffen.
- Zahnarztbesuch: Vor Beginn einer antiresorptiven Therapie ist immer eine gründliche zahnärztliche Untersuchung notwendig.
Sanierungsbedürftige Zähne sollten vorab behandelt werden und auf eine exzellente Mundhygiene ist zu achten.
19.07.2024
Bisphosphonate und Denosumab bei Krebs: Knochen-stabilisierende Therapie
Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums - 19.07.2024
https://www.krebsinformationsdienst.de/knochen-stabilisierende-therapie
02.07.2026
Prostatakrebs: Zahnimplantate trotz Knochenschutzmedikamenten möglich
Prostata Hilfe Deutschland -02.07.2026